Warum fällt es sensiblen Menschen oft schwerer, Selbstbewusstsein zu entwickeln?

Warum fällt es gerade sensiblen Menschen oft viel schwerer, echtes Selbstbewusstsein aufzubauen? Was steckt dahinter, wenn manche Menschen sensibler, oder „dünnhäutiger“ als andere reagieren? Und welche Hilfen gibt es, trotzdem mehr Selbstbewusstsein und Gelassenheit zu entwickeln? Darauf will ich in diesem Beitrag eingehen.

Um das zu verstehen,  ist es hilfreich, sich klar zu machen, wie wir Menschen die Welt um und in uns wahrnehmen und worin sich die Menschen in ihrer Wahrnehmung unterscheiden.

Kennst Du das vielleicht?

„Sei nicht so dünnhäutig, Du bist zu empfindlich, kompliziert, zu nah am Wasser gebaut, Du Sensibelchen“ …

Das sind nur einige der Stempel, die hochsensible Menschen oft schon in der Kindheit aufgedrückt bekommt. Sensible Kinder werden auf diese Weise abgewertet und haben es dann als Jugendliche meist schwerer, ein stabiles Selbstbewusstsein aufzubauen. Sie glauben, dass mit ihnen „etwas nicht stimmt“.

Aber stimmt dieses harte Urteil wirklich?

Mach Dir selbst ein Bild. Damit Du Dir ein eigenes Urteil bilden kannst, hier zunächst einmal ein paar Fakten zu den Hintergründen, wie bei uns die Wahrnehmung grundsätzlich funktioniert – unabhängig ob jemand hochsensibel ist oder nicht.

Wie nehmen wir die Umwelt wahr?

Unser Gehirn checkt und verarbeitet permanent, was unsere Sinne (Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Tasten)  registrieren, Das geschieht Sekunde für Sekunde, manchmal bewusst, meist aber ganz unbewusst. Sogar im Schlaf registriert unser Gehirn, was in unserem Körper und um uns herum geschieht, was es dort zu sehen, zu hören, zu schmecken, zu riechen, zu spüren gibt.

Diese Eindrücke  werden von unserem Gehirn zunächst einer Art Schnell-Checkverfahren unterzogen, um zu bewerten, ob in unserem Körper alles in Ordnung ist und wir in unserer Umgebung in Sicherheit sind.

Diese Informationen verarbeitet das Gehirn und entscheidet dann blitzschnell, ob gehandelt werden muss. Bei Gefahr schüttet Dein Gehirn Hormone aus und aktiviert Deinen Körper. Ist alles in Ordnung sorgt Dein Gehirn dafür, dass Du entspannt weiter träumst.

Dieser Check geschieht permanent, Tag und Nacht und ist eine ungeheure und bewundernswerte Leistung unseres gesamten Organismus. Tagsüber nimmst Du das bewusst wahr, wenn Du Dich darauf konzentrierst, zum größten Teil aber läuft dieser Prozess unbewusst ab.

Du hast das zum Beispiel vielleicht schon im Straßenverkehr erlebt, wenn Du instinktiv auf die Bremse getreten bist, obwohl Du bewusst noch gar keine Gefahr erkannt hast.

Sensible Menschen haben feinere Sinne

Diese Fülle an permanenten äußeren und inneren Reize müssen verarbeitet werden. Wenn zu viele Reize auf uns einströmen verursacht das Stress – nicht nur bei sensiblen Menschen.

Aber sensible Menschen empfinden die Reize, die auf Sie einströmen wesentlich intensiver. Das bedeutet einerseits, dass ihr Gehirn in der Lage ist, Eindrücke wesentlich differenzierter wahrzunehmen. Was ja eine im Prinzip wertvolle Fähigkeit ist. Denn es versetzt sensible Menschen in die Lage, mehr und genauer wahrzunehmen, was in ihnen und um sie herum geschieht.

Genau dieser Vorteil kann aber auch zur Stolperfalle werden. Denn diese Fähigkeit von hochsensiblen Menschen bedeutet auf der anderen Seite auch, dass das Gehirn mehr „Material“ verarbeiten muss. Und das wiederum braucht Zeit und Energie. Und das führt zu körperlichen Reaktionen und seelischen und geistigen Bedürfnissen, die Menschen, deren Nervensystem anders tickt, nicht unbedingt verstehen können.

Hochsensibilität und die Auswirkung auf Körper, Gefühle und Verhalten

Vielleicht verstehst Du jetzt, dass diese größere Sensibilität weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Organismus hat.

Eine größere Sensibilität hat Einfluss auf die Gefühlswelt, weil zum Beispiel im Kontakt mit anderen Menschen feinere Zwischentöne wahrgenommen werden. Dadurch kann es passieren, dass ein sensibler Mensch eine Situation ganz anders erlebt, als  jemand der weniger sensibel unterwegs ist. Das kann wiederum zu Diskussionen und Konflikten führen. Wer hat recht?

Hochsensibilität hat aber nicht nur Einfluss auf die Wahrnehmung von Situationen. Es beeinflusst auch den Körper, das Stressempfinden, die Muskulatur, wie angespannt sie ist. Hier ein paar Beispiele.

Häufige Symptome bei Hochsensibilität

  • Du bist schneller erschöpft als andere.
  • Du reagierst empfindlicher auf Lärm und Unruhe
  • Es stresst Dich enorm, mehrere Dinge auf einmal zu erledigen
  • Du bist nicht so schnell und spontan in Deinen Reaktionen
  • Du brauchst mehr Zeit für Dich allein
  • Du brauchst mehr Zeit, um Dich zu erholen.

Hochsensibilität ist keine Krankheit

Das Phänomen der sogenannten Hochsensibilität ist inzwischen auch in den Fokus der Wissenschaft gerückt. Es wird angenommen, dass ca. 15-20 Prozent aller Menschen hochsensibel sind. Und ein interessantes Ergebnis: Viele kommen zu dem Schluss, dass Hochsensibilität keine Krankheit ist, sondern ein eigenes Persönlichkeitsmerkmal.

Das heißt, so  wie es Menschen mit unterschiedlichen Temperamenten gibt, so gibt es auch Menschen, die weniger oder sehr sensible reagieren.

Hochsensibel und selbstbewusst – warum fällt das manchmal schwer?

Wenn 20 Prozent der Menschen zu den Hochsensiblen gerechnet werden können bedeutet das im Umkehrschluss, dass 80 Prozent der Bevölkerung sich und die Umwelt anders „wahr“ nimmt.

Sehr schnell wird als „wahr oder passend“ angenommen wird, was die Mehrheit fühlt, denkt und macht. Wenn also 80 Prozent der Menschen weniger sensible Persönlichkeiten sind, haben es sensible Menschen oft schwer, in ihrem Anders-Fühlen, Anders-Spüren, Anders-Wahrnehmen akzeptiert zu werden.

Darüber hinaus lehnen Menschen oft ab, was sie nicht verstehen, was sie als anders oder fremdartig empfinden. Sie reagieren oft mit Unverständnis und im Extremfall mit massiven Abwertungen auf Bedürfnisse von Menschen, die sensibler unterwegs sind, weil sie solche sensible Reaktionen nicht nachvollziehen können. So kann es  passieren, dass viele ihrer feinen Wahrnehmungen entweder als überempfindlich abgewertet oder sogar als Einbildung abgetan werden.

Wenn ein Mensch immer wieder gesagt bekommt, dass die eigenen Wahrnehmungen falsch sind ist es menschlich, wenn er anfängt sich selbst in Frage zu stellen. Das trifft ganz besonders auf Kinder und Jugendliche zu.

Wenn Kinder die Erfahrung machen, dass sie mit ihren sensiblen Erleben bei ihren Eltern oder wichtigen Menschen auf Ablehnung stoßen, denken sie, etwas sei nicht in Ordnung bei Ihnen. Kinder sind noch nicht in der Lage die falsche, voreilige, oder ungerechte, Bewertungen von Erwachsenen zu hinterfragen.

Als Jugendliche gewinnt dann die Akzeptanz von gleichaltrigen an Bedeutung. Die sozialen Medien und ihre knallharten Bewertungssysteme spielen hier eine fatale Rolle. In vielen reisserischen Sendungen geht es darum sich mit anderen zu vergleichen, zu bewerten. Und je gemeiner und aggressiver der Umgangston, um so mehr Zuschauer bringt so eine Sendung.

Das fatale daran ist, dass es bei solchen Sendungen ausschließlich um Zuschauer-Quoten geht(für hohe Werbeeinnahmen). Und viel zu oft akzeptieren Jugendliche die fragwürdigen Werte, die in solchen Sendungen unterschwellig vermittelt werden (sei perfekt, sei stark, sei attraktiv).

Leider beobachte ich in meiner Praxis zunehmend, welch hohen Preis Menschen dafür zahlen, wenn sie versuchen, solchen Werten zu entsprechen. Der Preis dafür sind unter anderem

  • Selbstzweifel,
  • -fehlendes Selbstbewusstsein,
  • ein Mangel an Selbstliebe,
  • bis hin zu körperlichen und psychischen Erkrankungen wie Bulimie, Anorexie, Ängste und Depressionen.

brauchen und an seiner Wahrnehmung zu zweifeln.  Das ist die Ursache, dass viele sensible Menschen es schwerer haben, ein stabiles  Selbstbewusstsein aufzubauen.

Trau Dir selbst – trau Dich

Fehlendes Selbstbewusstsein kann dazu führen, dass Du versuchst, den Erwartungen anderer zu entsprechen und nicht  zu Dir und Deinen Bedürfnissen stehst. Dadurch läufst Du aber Gefahr, immer wieder in Stress und Erschöpfungszustände  zu geraten, privat und beruflich, weil Du Dich mit den Dingen, die Du tust und wie Du sie tust überforderst.

Bei viele meiner Klienten, die wegen Stress und  massiver Erschöpfung  oder  Burnout zu mir in die Praxis kommen, ist das tiefere Problem hinter den Symptomen, dass sie es nicht wagen, sich wirklich gut um sich selbst zu kümmern.

Du willst als sensibler Mensch mehr Selbstbewusstsein entwickeln?

Du willst lernen

  • Dir mehr Zeit für Dich selbst zu nehmen?
  • Dich wichtiger zu nehmen?
  • Besser auf Dich selbst zu achten?
  • Öfter darauf zu hören, was Dir wirklich gut tut?
  • Mehr Selbstbewusstsein entwickeln, zu Dir und Deiner Sensibilität zu stehen?

Dann lade ich Dich ein, mit mir in Kontakt zu bleiben.

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Mit herzlichen Grüßen von Gabriele

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