Was beim Meditativen Malen das Besondere ist und warum jeder Mensch das Meditative Malen lernen kann auch ohne ein Künstler zu sein, darauf möchte ich hier eingehen.

„Ich kann doch nicht malen!“

Immer wieder begegne ich Menschen, die gerne Malen würden, sich aber nicht trauen, weil sie an ihren Malkünsten zweifeln. Vielleicht kennst Du das ja?

Es liegt mir am Herzen, gerade solche Menschen zu ermutigen und sich den Zugang zu einer tiefen Quelle der Selbsterfahrung und der Freude zu erlauben.

Die Freude und die Fähigkeit uns über Farben und Formen auszudrücken und die Lebenszusammenhänge besser zu begreifen, indem wir uns ein Bild machen ist uns in die Wiege gelegt worden und entwickelt sich parallel zur Entwicklung der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit.

Leider geht manchmal die Freude am Ausdruck durch Zeichnen und Malen verloren,

  • weil plötzlich Normen von außen bewerten, ob ein Bild „gut“ oder „schlecht“ ist, zum Beispiele in der Schulzeit.
  • Oder weil im Laufe des Erwachsen-werdens Selbsterfahrung und Selbstausdruck als persönliche Fähigkeiten nicht mehr wertgeschätzt werden.

Zu einem wichtigen Lernschritt in der Entwicklung einer selbst-bewussten Persönlichkeit gehört es allerdings, solche scheinbar selbstverständliche Normen zu hinterfragen.

Und darüber hinaus gilt beim Malen wie bei allen Fertigkeiten, die wir uns aneignen der Satz von Albert Einstein:Man wird gut in den Dingen, die man liebt“.

Deshalb:

  • Wenn Du Farben und Formen magst, wenn Du gerne zeichnest: TU ES!
  • In meinen Online-Kursen zeige ich Dir Schritt für Schritt, wie es geht
  • ich bin für Deine Fragen für Dich da.
  • Dabei kannst Du das Malen einfach genießen, weil es bei dieser Art des Malen kein „richtig“ oder „falsch“ gibt.
  • Vielleicht ist das für Dich ein hilfreicher Einstieg, um eine der tiefsten und ältesten Kraftquelle des Menschen für Dich zurück zu erobern. Du bist herzlich eingeladen!

Und jetzt noch etwas zu den Hintergründen:

Was unterscheidet Meditatives Malen von Kunst?

In der klassischen Malerei steht der gestalterische Wille ganz im Vordergrund. Es ist ein anspruchsvoller Malprozess bei dem eine künstlerische Idee aktiv verfolgt wird, meist in der Reihenfolge:

  • Es gibt eine künstlerische Idee
  • Es gibt eine bewusste Entscheidung in Bezug auf das Medium (Aquarell/Öl/Acryl ect) und auf die Malweise (abstarkt/gegenständlich, ect)
  • Die Gestaltung erfolgt nach bestimmten künstlerischen und gestalterischen Kriterien (ZB Komposition).
  • Ziel ist es, die eigene künstlerische Idee optimal zum Ausdruck zu bringen.
    ((Zum Beispiel war meine „Getanzte Malerei“ das Ergebnis der Auseinandersetzung mit dem Thema der Farbe in Bewegung. Infos dazu findest Du auf meiner Malerei-Website: www.gabriele-kleefeld.de))

Beim Meditativen Malen steht dagegen die innere Wahrnehmung während des Malens im Vordergrund.

  • Es braucht keine Idee. Das Bild entsteht während des Malens, der Malende folgt seinen inneren Impulsen.
  • Du verfolgst beim Malen kein Ziel sondern Du folgst Deinen inneren Wahrnehmungen, Gefühle, Gedanken.
  • Das Schöne daran: Es braucht keine künstlerische Begabung. Es gibt kein richtig oder falsch.
  • Kriterien sind höchstens, ob es sich subjektiv für Dich stimmig anfühlt, was entsteht.
  • Ziel ist: Dir Zeit für Dich nehmen, den Blick nach innen wenden, achtsam mit Dir umgehen.

Was unterscheidet Meditatives Malen von der klassischen Meditation?

Viele haben schon von der Meditation als Weg zu mehr innerer Ruhe gehört. Aber was ist Meditatives malen? Und was ist der Unterschied?

In meiner therapeutischen Praxis erlebe ich immer wieder, dass gerade Menschen, die stark unter Strom stehen und gestresst sind, Schwierigkeiten haben abzuschalten. Sie versuchen zu meditieren und wundern sich, weil es bei ihnen einfach nicht klappt.

Klassische Formen der Meditation, verbunden mit ruhig sitzen und dem Versuch, die Gedanken zur Ruhe zu bringen sind bei starkem Stress oft zu schwierig. Bei manchen Menschen bewirkt es sogar das Gegenteil, sie werden noch unruhiger. Mit dem Effekt, dass sie gefrustet statt gestärkt sind oder sogar beginnen, an sich zweifeln.
(Mehr dazu findest Du in meinem anderen BLOG-Beiträgen.))

Beim Meditativen Malen werden die Sinne angesprochen, der Körper ist aktiv beteiligt und das Gehirn ist beschäftigt, aber ohne es mit hohen Anforderungen zu belasten.

  • Spannung kann abgebaut werden durch die körperliche Bewegung beim Malen und entsprechende Malübungen.
  • Das Malen hat Spiel-Charakter, es gibt keine künstlerischen Ziele.
  • Beim Malen lassen sich innere Impulse wahrnehmen und verfolgen.
  • Man kann etwas ausprobieren, ohne bewertet zu werden.
  • Der Malende kann seinen aktiven Willen ruhen lassen und entspannen und einfach passiv geschehen lassen, was die Hand machen möchte.

Flow und Achtsamkeit mit Meditativem Malen

Je nach thematischer Ausrichtung einer Übung kann beim Malen das Gefühl eines „meditativen Flows“ entstehen. Der Begriff „FLOW“ stammt von  Mihaly Csiikszentmihalyi und bezeichnet das Gefühl ganz im Tun, also im Malen aufzugehen, an nichts anderes zu denken und ein genussvolles Erleben des sich selbst-vergessens.

Aber das ist nur eine der vielen positiven Auswirkungen. Eine Wirkung, die mir persönlich ebenso wichtig erscheint ist, dass durch diese Art des Malens auf eine sehr schöne und kreative Weise die innere Achtsamkeit, das heißt der aufmerksame und liebevolle Umgang mit sich selbst eingeübt werden kann.

Typische Erlebnisse, über die mir Klienten, die das Meditative Malen bei mir gelernt haben berichten sind:

  • Sie können ihre Gefühle besser wahrnehmen und fühlen sich besser in Kontakt mit sich.
  • Sie können dadurch sorgsamer mit sich umgehen und sich liebevoller annehmen.
  • Sie bemerken schneller, wann und wie sie auf besser auf sich acht geben.
  • Sie fühlen sich selbstbewusster, weil sie wissen, was ihnen gut tut.
  • Das ist mir besonders wichtig.

Welches Material ist geeignet?

Ich hoffe, ich konnte vermitteln, dass Meditatives Malen keinen Kunstanspruch hat. (Obwohl dabei wunderbare schöne Bilder entstehen, wie Du in meinen Workshops erleben kannst.)

Deshalb geht es auch bei der Auswahl der Materialien zum Meditativen Malen darum, möglichst einfach zu bleiben, damit Du Dich nicht mit handwerklichen Fragen belastest und Dich ganz auf Deine innere Wahrnehmung und das Malen konzentrieren kannst.

  • Geeignet sind weiche Bleistifte, Buntstifte, Pastellkreiden, Ölpastellkreiden.
  • Auch das Papier braucht nicht teuer zu sein. Man kann einfaches Schreibmaschinenpapier nehmen und mit A4-Formaten beginnen.

Anleitung zum Meditativen Malen

Wenn Du das Meditative Malen kennen lernen möchtest nimm gern teil an meinen kostenfreien Einführungen.

In meiner offenen Übungsgruppe auf Facebook bekommst Du einen Überblick:

  • Ich zeige Dir worum es beim Meditativen Malen geht und den wesentlichen Unterschied anhand von Beispielen und einfachen Übungen.
  • Du kannst bei den Übungen mitmachen und direkt erfahren, wie es sich anfühlt
  • Du kannst Deine Fragen zu den Übungen an mich stellen.

Hier ist der Link zur Übungsgruppe:
https://www.facebook.com/groups/345045899635198/

Ich freu mich auf Dich!