In meiner psychotherapeutischen Praxis arbeite ich oft mit Menschen, die zuvor noch keinen Kontakt mit Hypnose hatten. Obwohl die therapeutische Hypnose und die Hypnotherapie inzwischen zu den wissenschaftlich erforschten und anerkannten psychotherapeutischen Verfahren gehören gibt es viele Mythen und falsche Vorstellungen, die mit diesem Verfahren verbunden werden.

Die häufigsten Fragen, die mir immer wieder gestellt werden möchte ich hier gerne beantworten.

Therapeutische Hypnose ist keine Show

Die geheimnisumwitterten Mythen über die Hypnose wurde bei vielen Menschen dadurch geprägt, was sie im Fernsehen, in Spielfilmen und bei Hypnose-Shows gesehen oder in Romanen darüber gelesen haben. Mit spektakulären Effekten einer Bühnenhypnose hat die klinische Hypnose und Hypnotherapie aber nichts zu tun. Therapeutische Hypnose funktioniert völlig anders.

Hypnose ist natürlich

Hypnose ist keine Vollnarkose oder irgendeine medizinische Behandlung, bei der Sie passiv daliegen und der Hypnotherapeut „an Ihnen arbeitet“..

Es ist mir deshalb sehr wichtig, dass Sie Folgendes wissen und verstehen:
SIE gehen – unter meiner professionellen Anleitung – SELBST in Hypnose.

Dies ist eine natürliche Fähigkeit, die jeder Mensch besitzt, der irgendwann in seinem Leben schon einmal einen Tagtraum hatte und dabei die schönen Vorstellungen genossen hat – und wer hatte das nicht?

Die Rolle des Hypnotherapeuten

Meine Rolle bei einer Hypnose-Sitzung ähnelt der eines Trainers im Sport. Trainer sind Profis und Experten im Erreichen von Zielen in einer bestimmten Sportart. Sie wissen sehr genau, wie sie einen Sportler (oder in unserem Fall einen Klienten), den sie betreuen, zum Ziel führen können.

Ein Sportler folgt seinem Trainer, solange er mit dessen Ratschlägen einverstanden ist und ihm vertraut. Er ist aber nicht gezwungen zu tun, was seiner Trainer ihm sagt. Nur auf dieser Basis sind Trainer und Sportler ein erfolgreiches Team.

Auf die Idee, dass der Trainer in den Wettkampf geht, während der Sportler passiv zuschaut, würde niemand kommen. Es ist der Sportler, der sein Ziel erreicht und hinterher ganz deutlich fühlt: ICH SELBST HABE ES GESCHAFFT!

Dies alles gilt auch für die therapeutische Hypnose: Sie funktioniert nur, wenn Sie sich darauf einlassen. Dabei sind Sie aber niemals willenlos oder gar ausgeliefert. Sie selbst können jederzeit entscheiden, ob Sie mitmachen wollen oder nicht.

Wie wirkt therapeutische Hypnose?

Unsere Gewohnheiten und Überzeugungen – gute wie hinderliche – sind in unserem Unterbewusstsein gespeichert und im Alltag unserem Bewusstsein oft nicht zugänglich. Sie wirken in unserem Innersten, prägen unser Verhalten und lassen uns Dinge scheinbar automatisch tun, ohne nachzudenken und ohne unseren bewussten Willen.

Das kann hilfreich, weil unser Gehirn dadurch viel wertvolle Energie einspart.

Erinnern Sie sich zum Beispiel daran, wie Sie das Fahrradfahren oder das Spielen eines Instruments erlernt haben. Anfangs brauchten Sie dazu Ihre ganze Konzentration, später „ging alles wie von selbst“. Dies zeigt, wie hilfreich es ist, dass wir Automatismen entwickeln können.

Solche automatisierten Reaktionen können aber auch sehr hinderlich sein.

Im Falle von Angstreaktionen, zum Beispiel beim Anblick einer Spinne, oder wenn wir unliebsame Gewohnheiten ändern möchten empfinden wir solche automatische Reaktionen meist als sehr lästig.

Viele Raucher können ein Lied davon singen: Mit unserer Vernunft und der reinen Willenskraft allein lassen sich solche unwillkürlichen Verhaltensweisen nur sehr schwer verändern.

Hier kann die therapeutische Hypnose hilfreich sein.

Die therapeutische Hypnose hilft Ihnen einen leichteren Zugang zu Ihrem Innersten zu bekommen, zu dem Ort, wo solche Automatismen entstanden sind. Sie können dort auf einer tieferen Ebene neue Handlungsmöglichkeiten vorschlagen (bekannt als „Suggestion“) und einüben. Sie erleben die guten Gefühle, die Ihnen die Kraft geben, hinderliche Gewohnheiten zu verändern, Ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern oder Selbstheilungsprozesse zu aktivieren.

Denn der menschliche Geist besitzt eine ganz besondere Fähigkeit: Vorstellungen real erscheinen zu lassen und als real zu empfinden.

Dadurch entfalten innere Bilder im Unterbewusstsein ihre ganze hilfreiche Kraft und bewirken eine Verwandlung von Gedanken, Gefühlen und Verhalten.

DIE 7 HÄUFIGSTEN FRAGEN

1. Schlafe ich in Hypnose?

Nein. Das Wort Hypnose leitet sich zwar vom Namen des griechischen Gottes des Schlafs – Hypnos – ab, hat aber mit Schlaf nichts zu tun. Viele Menschen sind während einer therapeutischen Hypnose-Sitzung so angenehm tief entspannt, dass sie von außen wirken, als würden sie schlafen. In Wirklichkeit aber sind sie hellwach und fühlen sich einfach nur wohl.

Sie nehmen alles was geschieht bewusst wahr, wenn Sie es wollen: auch dann, wenn Sie in sehr tiefer Hypnose sind. Ihre Vorstellungskraft und Ihr Gedächtnis sind sogar deutlich besser als im nicht-hypnotischen Zustand. In therapeutischer Hypnose können Sie manchmal sogar besser hören oder riechen als sonst. Also ganz anders als während des Schlafs.

2. Bin ich in Hypnose willenlos?

Nein. Manche Menschen glauben, dass Hypnose so etwas wie Schlafwandeln ist: als würde man durch die Wohnung laufen und Dinge scheinbar gegen seinen Willen tun, weil „das Unterbewusstsein es befiehlt“. Das stimmt nicht. In therapeutischer Hypnose sind Sie nicht dem Wollen des Hypnotiseurs ausgeliefert und werden ganz sicher nichts tun, was gegen Ihren Willen geht.

Selbst in sehr tiefer Hypnose können Sie eine Suggestion ablehnen, die nicht Ihrem Willen entspricht. Es wird Ihnen wahrscheinlich sogar leichter fallen, die für Sie richtige Entscheidung zu treffen als mit dem bewussten Willen. Einfach, weil Sie in Hypnose besser und direkter mit Ihrem Unterbewusstsein in Verbindung treten können. Was Sie tun, liegt immer bei Ihnen. Auch wenn Sie in Hypnose sind, entscheiden nur Sie, was geschieht. Gleichzeitig können Sie Veränderungen viel leichter und mit viel Freude zulassen.

Übrigens können Sie sich während der Hypnose bewegen oder einfach kratzen, falls Sie einen Juckreiz verspüren. Das ist besser, als wenn Sie sich dazu zwingen würden, sich nicht zu kratzen. Dies würde Ihre Entspannung viel mehr stören. Genauso können Sie jederzeit husten oder niesen.

3. Wie fühlt sich Hypnose an?

Würden Sie alle Berichte von Menschen, die bereits therapeutische Hypnose erlebt haben, vergleichen, würde Ihnen eine Gemeinsamkeit auffallen:
Die meisten berichten vor allem von „angenehmen Gefühlen“.

Das ist ganz natürlich, denn bei den meisten Menschen entspannen sich in Hypnose die Muskeln, der Atem wird tiefer und ruhiger, und eine leichte Wärme oder sogar ein angenehmes, warmes Kribbeln stellen sich ein. Viele berichten auch, dass ihre Vorstellungskraft plötzlich besser wurde, und dass die wahrgenommene Zeit schneller oder langsamer verlief.

In therapeutischer Hypnose können Sie klar denken. Ihre Vorstellungskraft ist besonders lebendig. Sie könnten sich bewegen, wenn Sie wollten.

Viel angenehmer ist jedoch entspannt zu bleiben. Sie erleben positive Gedanken und Gefühle einfach und schnell. Die meisten Menschen können sich an alles erinnern, was sie in einer therapeutischen Hypnose-Sitzung erlebt haben.

4. Kann es passieren, dass ich nicht mehr aufwache?

Nein. Ganz einfach deshalb, weil Sie gar nicht aufwachen müssen. Weil ja, wie oben beschrieben,
Sie überhaupt nicht schlafen.

Selbst wenn ein Therapeut während der Hypnose-Sitzung einfach aufstehen würde und nach Hause ginge, würden Sie vielleicht einfach noch entspannt liegen bleiben. Und dann die Hypnose selbst abschließen. Denn: weil Sie nicht schlafen, müssen Sie nicht aufwachen. Und weil Sie alles mitbekommen, können Sie selbst jederzeit entscheiden, die Hypnose zu beenden.

Bei einer hypnotherapeutischen Sitzung geht es natürlich darum, dass Sie sich entscheiden, in diesem angenehm entspannten Zustand zu bleiben und die oft erstaunlichen Veränderungen zu erleben.

Aber Sie tun dies nur, wenn Sie es wollen und wissen, dass für Sie alles richtig und akzeptabel ist. Deshalb ist mir wichtig, dass Sie diese Informationen über Hypnose bekommen und verstehen.

5. Könnte ich Dinge sagen oder tun, die ich nicht will?

Nein. Man kann mit Hypnose niemanden zwingen, Dinge preiszugeben, die er nicht preisgeben will. Während Sie in Hypnose sind, funktionieren alle Ihre psychischen Schutzmechanismen. Sie können also jederzeit frei entscheiden, was Sie sagen möchten, und werden keine Geheimnisse „ausplaudern“, wenn Sie es nicht wirklich wollen.

6. Bin ich überhaupt hypnotisierbar?

Ja, wenn Sie dazu bereit sind. Therapeutische Hypnose ist kein Kampf gegen die Willenskraft des Patienten. Deshalb stimmt auch das Vorurteil nicht, dass nur willensschwache oder leicht beeinflussbare Menschen hypnotisierbar seien.

Trance ist eine natürliche Fähigkeit jedes Menschen. Jeder Mensch erlebt täglich verschiedene Trancezustände, zum Beispiel beim Aufwachen, Einschlafen, beim Lesen oder intensiven Ansehen eines Films.

Trance ist ein natürlicher Zustand. Deshalb kann jeder normal intelligente Mensch in Hypnose gehen, falls er dazu bereit ist. Wenn Sie sich Dinge vorstellen können und Ihre innere Kraft auf dieses Ziel ausrichten, ist das eine Hilfe für Ihre Hypnose.

7. Was geschieht eigentlich in einer Hypnose-Show?

Show-Hypnotiseure lernen, im Zuschauerraum genau die Menschen zu finden, die innerlich bereit sind, sie bei ihrem Ziel zu unterstützen: die Zuschauer zu unterhalten. Bei der Auswahl der Teilnehmer wenden Show-Hypnotiseure Tricks an und nutzen die Macht des Gruppendrucks, um auf der Bühne den Eindruck zu erwecken, als hätten sie Macht über Menschen, obwohl das nicht stimmt.

Bei Hypnose-Shows kann es zwar so wirken, als würde jemand etwas gegen seinen Willen preisgeben, doch die Zusammenhänge und die unbewusste Motivation des Probanden (oder besser des „Mitspielers“) sind dort vollkommen andere als in unserer therapeutischen Hypnose-Sitzung. Hypnose zur Lebensberatung und Therapie unterscheidet sich also ganz erheblich von einer Show-Hypnose.

ZUSAMMENFASSUNG

  • Während der Hypnose sind Sie nicht bewusstlos: Sie können Sie alles hören und viele empfinden sich als innerlich wach..
  • Sie sind nicht willenlos: Im Notfall könnten Sie eine Hypnose selbst beenden.
  • Ihre moralischen Werte bleiben unverändert: Sie werden nichts sagen oder tun, wozu Sie nicht bereit sind.
  • Hypnose ist Teamwork: Meine Rolle ist die eines Trainers, der Sie anleitet, und nicht die eines Befehlsgebers. Solange Sie mitmachen und sich auf meine Anleitung einlassen, sind wir gemeinsam ein erfolgreiches Team!

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